Dienstag, 21. Mai 2013

Ein verspätetes Muttertagsessen...

Nachdem Walter am "richtigen" Muttertag von Krankheiten geplagt wurde, die auf einem Foodblog nichts verloren haben, haben wir den Muttertag am Pfingstsonntag bei einem gemütlichen Mittagessen nachgefeiert. Bei strahlendem Sonnenschein kam nur ein Tisch auf der Terasse in Frage und so konnten wir mit einem Blick auf unser kleines Grün das gemeinsame Essen genießen.




Am meisten Freude kann man meiner Mama mit selbstgemachten Spätzle machen, also gab es Paprikahendl mit Kräuterspätzle und eine riesige Schüssel mit grünem Salat (und ich frage mich noch immer, wo diese Riesenportion Salat hinverschwunden ist!!!). Und danach selbstgekauftes Eis ;-)


Paprikahendl

1-2 EL Öl
4 Hühnerbrüstchen
30 g Butter
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Mehl
1/2 l Gemüsebrühe
2-3 EL Paprikapulver
2 TL Tomatenmark
1/4 l Schlagobers
Salz, Pfeffer

Hühnerbrüstchen rundum mit Salz und Pfeffer würzen; Zwiebel und Knoblauch fein hacken. In einer Pfanne Öl erhitzen, die Hühnerbrüstchen darin beidseitig anbraten und aus der Pfanne nehmen. Hitze reduzieren. Im Bratrückstand die Butter zerfließen lassen und darin Zwiebel und Knoblauch anschwitzen. Mehl zugeben und kurz durchrösten. Mit kalter Gemüsebrühe aufgießen, gut versprudeln und aufkochen lassen. Mit Paprikapulver, Tomatenmark, Salz und Pfeffer abschmecken. Hühnerbrüstchen wieder einlegen und bei schwacher Hitze etwa 30 Minuten dünsten lassen. Schlagobers zugießen und die Sauce gut abschmecken.


Kräuterspätzle

1 Handvoll Kräuter; z.B. Petersilie, Basilikum, Minze (da Minze sehr geschmacksintensiv ist, nur sparsam verwenden!)
200 g Kamut-Mehl
200 g Mehl
300 ml Milch
2 Eier
1 EL Öl
Salz

50-80 g Butter
2 Jungzwiebel
Salz, Pfeffer

Kräuter fein hacken und mit Kamut-Mehl, Mehl, Milch, Eier, Öl und etwas Salz glattrühren. Reichlich Salzwasser erhitzen und mit einer Spätzlehobel portionsweise den Teig ins kochende Wasser reiben. Kurz aufkochen lassen, Spätzle aus dem Wasser heben und abschrecken.
Jungzwiebel fein hacken und in Butter anschwitzen. Spätzle zugeben, durchrösten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Wenn das Eis nur gekauft ist, muss die Deko umso größer ausfallen ;-)

Montag, 13. Mai 2013

Gewickelte Zimmet-Buchteln (nach Marie von Rokitansky)

Nachdem ich Euch letzte Woche voll Freude von meinen Flohmarktfunden berichtet habe, habe ich heute das erste Experiment aus dem Buch "Die Österreichische Küche" von Marie von Rokitansky gewagt. Beim Durchblättern des Kochbuchs habe ich einige interessante Rezepte gefunden; und mich schlußendlich für "Gewickelte Zimmet-Buchteln" entschieden. Statt mit Marmelade werden diese mit Zucker und Zimt gefüllt und auch nicht zu gewöhnlichen Buchteln geformt sondern einfach nur zu kleinen Schnecken eingerollt. Ein köstliches Rezept - und sicher nicht das letzte aus dem neuen alten Kochbuch :-)


aus "Die Österreichische Küche" von Marie von Rokitansky, A. Edlingers Verlag, Wien 1918;
Seite 381: Germspeisen. Gewickelte Zimmet-Buchteln.


Gewickelte Zimt-Buchteln 

200 ml Milch
30 g Germ

120 g weiche Butter
1 Prise Salz
etwas Zitronenschale

420 g Mehl
4 Dotter

Zimt und Zucker zum Bestreuen
flüssige Butter zum Bestreichen

Germ in warmer Milch auflösen. Weiche Butter mit etwas Salz und Zitronenschale cremig rühren. Nach und nach Dotter, Mehl und die Germ-Milch unterrühren. Zu einem glatten Teig abschlagen und an einem warmen Ort gehen lassen.

Auflaufform mit Butter ausfetten. Teig messerrückendick ausrollen, in gleichmäßige Vierecke schneiden und diese mit Zimt und Zucker bestreuen. Vierecke einrollen, rundum mit Butter bestreichen und die vorbereitete Form schlichten. Nochmals gehen lassen und bei 180°C etwa 40-50 Minuten backen.







Sonntag, 12. Mai 2013

Mandeltorte als Chinoise-Torte (nach Katharina Prato)

Bei der Fasten-Mittagstafel nach Katharina Prato wollte ich ursprünglich diese schokoladige "Mandeltorte als Chinoise Torte" aus dem Buch backen. Nachdem das "schwarze Chocolatekoch" aber ohnehin ein sehr schokoladiges Dessert darstellt, habe ich mich dann aber doch für die einfachere Mandeltorte / Karmelitertorte entschieden. Trotzdem hat mich die schokoladige Variante in ihrem Kochbuch nicht losgelassen; also folgt heute eine weitere Mandeltorte aus der Prato. Mit viel Schokolade :-)

Allen Mamis einen schönen und vor allem gemütlichen Muttertag!


aus "Die Süddeutsche Küche" von Katharina Prato, 20. Auflage,
Verlags-Buchhandlung Styria, Graz 1897;
Seiten 542-543: Mandel-Torten (Von gerührtem Teige. Mandeltorte ohne Mehl. Als Chinoise-Torte.
Mandeltorte mit gekochtem Zucker. Mit Wein. Mit Salse gerührt. Als Karmelitertorte. Als Kleientorte.
Braune Mandeltorte. Als Steirerkäse. Als Muscazonentorte.) Muscazin-Torte. Königs-Torte.


Mandeltorte als Chinoise-Torte

Zutaten für einen Tortendurchmesser von ca. 22cm

200 g Kochschokolade
1 Vanilleschote

6 Eiklar
1 Prise Salz

6 Dotter
4 Eier
200 g Staubzucker
200 g geriebene Mandeln

Marmelade

Schokoladeglasur:
400 g Kochschokolade
200 g Butter

Zwei Tortenringe am Boden mit Backpapier auslegen oder befetten; den Rand nicht befetten damit die Torten "klettern" können.

Kochschokolade im Wasserbad erweichen. Vanilleschote längs halbieren und das Mark herauskratzen. Eiklar mit Salz steifschlagen. Dotter mit den ganzen Eiern sehr schaumig rühren; Staubzucker und Mandeln unterheben.

Die Hälfte des Teiges in einen Tortenring streichen. Die andere Hälfte mit der weichen Kochschokolade sowie dem Vanillemark verrühren und in den zweiten Tortenring streichen.
Beide Tortenringe bei 180°C (Heißluft) etwa 40 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Die ausgekühlten Torten mit Marmelade zusammensetzen, auch rundum mit Marmelade bestreichen und zum Glasieren auf ein Kuchengitter geben. Wenn man darunter eine Lage Backpapier ausbreitet, erspart man sich ein Reinigen der Arbeitsplatte!

Für die Schokoladeglasur Kochschokolade mit Butter schmelzen und tablieren. Tablieren bedeutet mit einem Löffel die Glasur glatt zu streichen bis dieses glatt und glänzend ist. Torte mit der Schokoladeglasur übergießen. Damit die Torte gleichmäßig bedeckt ist, nicht mit einem Löffel oder Spatel glattstreichen sondern das Kuchengitter hochheben und vorsichtig kippen und drehen bis die Glasur schön auf der Torte verteilt ist. Auskühlen lassen.

Falls viel von der Glasur auf dem Backpapier zu finden ist, kann man diese Schokolade auch erkalten lassen und mit Keksausstechern kleine Formen ausstechen. Dann hat man bereits Deko für die nächste Torte oder die nächsten Cupcakes!




Samstag, 11. Mai 2013

Blick ins Bücherregal

Letztes Jahr hat der "Kleine Kuriositätenladen" zum Tag der offenen Küchentüre aufgerufen; heuer folgt der "Blick ins Bücherregal". Da mach ich natürlich wieder gerne mit und zeige meine Kochbuchsammlung :-)

Vor zwei Jahren hatte ich noch alle Kochbücher in raumhohen Regalen links und rechts neben dem Küchenfenster. Einerseits wirkte unsere ohnehin sehr kleine Küche durch diese Bücherregale noch kleiner; andererseits war der ständige Dampf nicht gut für die Buchsammlung. Abgesehen davon lese ich kaum Kochbücher in der Küche. Meistens findet dieses Blättern und Lesern eher auf der Couch im Wohnzimmer statt. Und genau dahin wanderten auch die meisten meiner Kochbücher - in unser Wohnzimmer.


Hinter den großen Türen verstecken sich aber keine weiteren Kochbücher;
dort ist mein ganzer Arbeitsalltag in Form von Spielzeug, Kinderbüchern,
Ersatzkleidung, Matratzen und und und zu finden :-)



Die restlichen Kochbücher sind in unserem kleinen Vorzimmer im 1. Stock untergebracht. Neben Büchern von Jane Austen und J.R.R. Tolkien, Geschichtsbüchern, Näh- und Bastelbüchern findet man hier meine ältesten Kochbücher; aber auch diverse Bücher über Haushaltungskunde, Alltags- und Ernährungsgeschichte, usw.




Momentan kommt meine Sammlung auf etwa 210 Kochbücher. Manchmal kommen noch ein paar geliehene Kochbücher aus dem Bücherbus bzw. aus der Stadtbibliothek dazu. Derzeit liegen z.B. die "Knödelküche" von Christoph Wagner und das Buch "Fisch & Meeresfrüchte" von C. J. Jackson zum Schmökern bei mir herum.

Eines der ersten Kochbücher in meiner Sammlung - abgesehen von meinen Schulkochbüchern - ist das Buch "Asien. Die Klassiker der fernöstlichen Küche" von Oona van den Berg. Während meiner Schulzeit war ich ganz besessen von der asiatischen Küche und habe dieses Buch von einer lieben Schulfreundin geschenkt bekommen. Bei den Rezepten auf meinem Blog ist es gar nicht zu glauben, dass ich einmal von fernöstlichen Rezepten begeistert war, oder??? Aber immerhin habe ich die asiatische Küche "damals" sogar als Abschlussthema für meine Küchenführungsprüfung gewählt. Aber dazu ein anderes Mal mehr... ;-)

Mittlerweile ist meine Sammelleidenschaft nicht mehr so schlimm, trotzdem gibt es immer noch ein paar Kochbücher bei denen ich schwach werde. Das sind zum einen Kochbücher vom Flohmarkt und zum anderen Bücher für "Selbstversorger". Egal ob Milchverarbeitung, Herstellung von Sirup und Nektar oder über "Vergessene Klassiker"; momentan träume ich von einem Garten voller Gemüse und Obst und einem dazu passenden Vorratsraum voller selbstgemachter Köstlichkeiten in Gläser und Flaschen *träum*




Besonders stolz bin ich auf meine signierten Exemplare von Johann Lafer, Toni Mörwald und Michael Schwarzmann:




Auch die eine oder andere Kochzeitschrift findet hin und wieder ihren Weg zu uns nach hause. Bis vor kurzem hatte ich auch noch Abos für "Gusto" und "GourmetReise". Nachdem beide aber mehrmals ungelesen irgendwo hingestapelt wurden, habe ich die Abos gekündigt und kaufe nur noch Zeitschriften, wenn mich auch wirklich etwas darin anspricht. Interessante Rezepte oder Menüs werden herausgerissen und in Ordnern gesammelt.

So, das war mein Blick ins Bücherregal! Das beste an diesem Blogevent: Beim Zählen meiner Bücher habe ich ein paar Kochbücher wiederentdeckt, die ich schon ganz vergessen hatte :-)))

Freitag, 10. Mai 2013

Palatschinken ♥

Frisch gebackene Palatschinken schmecken mit vielen Füllungen. Mit Vanilleis und Schokosauce. Oder mit frischen Erdbeeren und Schlagobers. Oder mit hausgemachter Marmelade. Oder einfach mit Zimt und Zucker. Oder - wie auf den Fotos - mit Bananen und Nutella. Letzteres ist besonders bösartig. Aber an einem Urlaubstag dürfen auch mal bösartige Leckereien am Teller zu finden sein ;-)


Palatschinken

150 ml Milch
1 Ei
60 g Mehl
1 EL Rum
1 Prise Salz
Orangenschale

Fülle nach Geschmack (Marmelade, frische Früchte, Eis, Schokoladestückchen oder -sauce, Nutella, Schlagobers, Zimt und Zucker, usw.)

Staubzucker zum Bestreuen

Milch, Ei, Mehl, Rum, Salz und etwas geriebene Orangenschale gut versprudeln. Einige Tropfen Öl in einer Pfanne erhitzen, etwas Teig einfließen lassen, anbacken, drehen und fertigbacken.
Palatschinken nach Lust und Laune füllen, zusammenklappen und mit Staubzucker bestreuen. 






Donnerstag, 9. Mai 2013

Leinsamenbrot

Die Zubereitung für dieses Leinsamenbrot zählt nicht unbedingt zu meinen schnellsten Rezepten, denn erst muss man auf den Sauerteig und das Aufquellen von Leinsamen und Roggenschrot warten und dann auch noch die "Geh-Zeit", die bei Sauerteigbroten generell länger ist. Aber die Warterei lohnt sich, immerhin ist das Leinsamenbrot richtig gut!

Die Mengenangaben sind diesmal für zwei Brote (ca. à 800 g) oder für ein sehr großes Brot. Oder man verwandelt einfach einen Teil des Teiges in knusprige Leinsamenweckerl. Natürlich kann man die Mengenangaben auch einfach halbieren, aber dann hätte ich einen Teil von meinem Sauerteig wegwerfen müssen. So muss eben eines der fertigen Brote im Tiefkühler auf seinen Einsatz warten. Damit das Brot nach dem Auftauen auch wieder knusprig und "frisch" schmeckt, einfach kurz antauen lassen (etwa 1 Stunde) und anschließend bei 180°C etwa 10 Minuten aufbacken :-)

Wünsche Euch heute einen sonnigen Feiertag und - falls Ihr morgen auch Urlaub habt - ein schönes langes Wochenende! Liebe Grüße, Julia


Leinsamenbrot

150 g Grundsauerteig
200 ml lauwarmes Wasser
4 EL Roggenmehl

250 g Roggenschrot
300 ml Wasser
250 g Leinsamen
300  ml kochendes Wasser

300 g Roggenmehl
500 g Weizenmehl
20 g Germ oder 1/2 Packerl Trockengerm
15 g Salz
1/2 TL Kümmel
150 ml Milch
Wasser nach Bedarf

Etwa 12 Stunden bevor man sich ans Backen macht, den Grundsauerteig kurz antauen lassen und mit lauwarmen Wasser und Roggenmehl zu einem dicken Brei verrühren. Zugedeckt an einem warmen Ort etwa 12 Stunden stehen lassen. Von diesem Sauerteigansatz wieder 150 g entnehmen (=neuer Grundsauerteig) und für das nächste Brot verwenden bzw. einfrieren.

Roggenschrot in Wasser einweichen; Leinsamen mit kochendem Wasser übergießen und beides mehrere Stunden stehen lassen.

Roggenmehl mit Weizenmehl vermengen und das Germ darin verbröseln. Restlichen Sauerteig, eingeweichte Leinsamen, Roggenschrot, Salz, Kümmel und Milch zugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Falls der Teig noch zu matschig ist, einfach noch etwas Mehl unterkneten; falls er zu fest ist, Wasser zugeben. Zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Aus dem Teig zwei Brote formen, in bemehlte Brotsimperl legen, mit einem Geschirrtuch zudecken und nochmals an einem warmen Ort gehen lassen.

Backrohr auf 250°C vorheizen und zur Dampfentwicklung einen kleinen Topf mit kochendem Wasser hineinstellen. In unserem Herd haben wir eine Pizza- / Grillplatte, die auch vorgeheizt wird und sich toll für das Brotbacken eignet. Ansonsten einfach ein normales Blech in den Ofen schieben und auch mit vorheizen! Brot auf die vorgeheizte Platte legen, mit Wasser bestreichen und etwa 10 Minuten backen. Temperatur auf 180°C (nur Heißluft) reduzieren, nochmals mit Wasser bestreichen und weitere 50-60 Minuten fertigbacken. Das Brot ist fertig, wenn es sich beim Klopfen auf die Unterseite hohl anhört!

Das Brot noch heiß nochmals mit Wasser bestreichen, damit die Kruste einen schönen Glanz bekommt, in ein Leinensackerl oder Leinentuch wickeln und darin auskühlen lassen.






Aus dem gleichen Teig kann man auch knusprige Leinsamenweckerl herstellen. Den Teig dafür wie oben zubereiten und gehen lassen, ausrollen, in Dreiecke schneiden und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Mit einem Geschirrtuch zudecken und nochmals gehen lassen.

Backrohr auf 250°C vorheizen und zur Dampfentwicklung einen kleinen Topf mit kochendem Wasser hineinstellen. Weckerl mit Wasser bestreichen und etwa 10 Minuten backen. Temperatur auf 180°C (nur Heißluft) reduzieren und etwa 20 Minuten weiterbacken. Noch heiß mit Wasser besprühen oder bestreichen und in einem Leinensackerl oder Leinentuch auskühlen lassen.




Freitag, 3. Mai 2013

Flohmarktfunde

Bei meinem letzten Flohmarktbesuch hatte ich unglaubliches Glück. Nicht nur, dass ich endlich den perfekten Kochtopf für mein "Experiment Kochkiste" finden konnte; auch ein Kochbuch nach dem anderen ging in meinen Besitz über:

"Mein Kochbuch. Nach langjähriger praktischer Erfahrung für die bürgerliche und feine Küche" von Lotti Richter; 4. Auflage, Verlag von Ulrich Mosers Buchhandlung, Graz 1917

Von der Autorin Lotti Richter habe ich bis zu diesem Buch noch nie gehört oder gelesen. Aus der Einleitung ihres Kochbuches geht hervor, dass sie als Tochter eines erzbischöflichen Güterdirektors geboren wurde und dass ihre Mutter in der Grazer Stadtpfarrei kochen gelernt hatte. Von ihr hat sie scheinbar auch die Liebe zum Kochen und die nötigen Grundkenntnisse geerbt. Ansonsten kann ich Euch leider nichts von der Autorin berichten, denn ich kann leider einfach nichts über sie finden :-(

Das Kochbuch selbst ist eine wahre Fundgrube für Rezepte und beinhaltet auch Schablonen für den "Aufputz der Torten". Neben Menüs für "festliche Tafeln" zeigt das Buch auch "Speisezettel für besondere Festtage" und ein komplettes Jahresmenü für den wohlhabenden Mittelstand, denn der "weniger gut situierte Mittelstand hat bei der Zusammenstellung seiner Menus vor allem seine Börse zu Rate zu ziehen." :-) 

Bei der Kochkunst-Ausstellung in Wien 1899 wurde Lotti Richters Buch mit der "großen Medaille mit der goldenen Palme" ausgezeichnet.






"Die praktische Wiener Küche. Universal-Kochbuch für den besseren Bürgerstand. Eine vollständige Sammlung von erprobten Kochrecepten für den einfachsten wie für den reichsten Haushalt. Anleitung zur Erlernung des Kochens und Servirens, zur Bereitung von Dunstobst und Getränken nebst einem Küchenzettel für alle Tage des Jahres." von Anna Strobl; Josef Rubinsteins Verlag, Wien-Leipzig, ohne Jahresangabe (ca. 1920)

Wie bei Lotti Richter kann ich auch über die Autorin dieses Kochbuchs einfach nichts finden! Falls also jemand meiner Leser irgendwelche Informationen zu Lotti Richter oder Anna Strobl hat, würde ich mich sehr über einen Kommentar oder eine Nachricht freuen!

Das Kochbuch ist nicht nur voll von zahlreichen Rezepten sondern auch gespickt mit vielen schönen Zeichnungen. Bei den festlichen Menüs findet man sogar Speisekarten zum Nachzeichnen (siehe Foto). Auch eine Erklärung der "wichtigsten specifisch österreichischen (wienerischen) Ausdrücke" kann man in Anna Strobls Werk finden. Scheinbar hatte auch sie mit Übersetzungsproblemen ihrer LeserInnen zu kämpfen ;-)






"Mein grosses Kochbuch. Ein Kochlehrbuch für die moderne Hausfrau mit 6 Farbtafeln und 69 Schwarzweiß-Bildern" von Mater Johanna Rindler, Verlag Styria, Graz 1954

Von der Autorin dieses Kochbuchs weiß ich einiges, immerhin hat meine Oma bei Mater Johanna Rindler einen Kochkurs besucht und viel und gerne davon erzählt. Eigentlich befindet sich bereits eine Ausgabe von 1960 in meinem Besitz. Aber diese Erstausgabe war einfach viel zu schön um sie dort zwischen den anderen Büchern liegen zu lassen *seufz*






"Die Österreichische Küche - Eine Sammlung selbsterprobter Kochrezepte für den einfachsten und den feinsten Haushalt nebst Anleitungen zur Erlernung der Kochkunst" von Marie von Rokitansky (Weis, Edle von Ostborn); Edlinger Verlag, Wien 1918

Es wäre interessant zu wissen, wieviele der Rezepte von Frau Baronin Marie von Rokitansky tatsächlich selbst erprobt wurden. Aber angeblich hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, jungen Damen das Kochen beizubringen: "Die zur Führung eines Haushaltes notwendigen Kenntnisse sollen jedem Mädchen - sei es arm oder reich, wird es durch Verheiratung  in kleine oder große Verhältnisse versetzt - geläufig sein. Sie umfassen die Kochkunst, die Fertigkeit in allen weiblichen Handarbeiten, die Fähigkeit, die häusliche Ordnung und Reinlichkeit aufrecht zu erhalten und nicht zuletzt die richtige Sparsamkeit. Ohne diese Kenntnisse ist der gewiß schöne und lohnende Beruf als Hausfrau, die einen so großen Einfluß auf das Behagen der ganzen Familie ausübt, nicht zu erfüllen."

Das Kochbuch wurde bei der Kochkunst-Ausstellung Wien 1899 "mit der großen Medaille mit der Goldpalme" und Paris 1900 "mit der goldenen Medaille" prämiert.

Besonders spannend an diesem Kochbuch ist, dass mein Ur-Ur-Großvater Johann Pillner einem Friedrich Karl Freiherr von Rokitansky (1866-1942) im Jahr 1902 ein Grundstück abgekauft hat. Meinen Recherchen zufolge ist dieser der Neffe der Kochbuchautorin. Die Welt ist ein Dorf. Heute wie damals :-)




Schirmbrief aus dem Besitz meiner Familie: "Kauf- und Verkauf-Vertrag verabredet und geschlossen
zwischen Herrn Friedrich Karl Freiherr von Rokitansky, Gutsbesitzer am Spielerhof in Grambach
bei Graz als Verkäufer einerseits und Johann und Theresia Pillner, Grundbesitzer vlgo
Fleischhacker in Engelsdorf als Käufer andererseits [...]"
, Graz am 1. Jänner 1902

Mittwoch, 1. Mai 2013

Ausflug auf die Kochbuchmesse

Gemeinsam mit Bernadette von verkocht! und ihrem braven Sohnemann habe ich heute der Kochbuchmesse in Graz einen Besuch abgestattet. Vorgestellt hatte ich mir das ganze ja wesentlich größer, aber es war groß genug um ein Stoffsackerl mit neuen Büchern und anderem Zeug zu füllen :-)




Stand der Buchhandlung "Büchersegler"

Meine Ausbeute: "Vergessene Klassiker - Köstliche Rezepte mit alten Gemüsesorten"
von Kathleen & Yves Paccalet (Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2012), "Grazer Köstlichkeiten"
ein Benefiz-Kochbuch der Grazer Frauenbewegung, Zeitschrift "Kochen & Küche 05/2013"
und ein neues - diesmal rundes - Brotsimperl für weitere Brotexperimente :-)

Montag, 29. April 2013

Flauschige Cupcakes ;-)

Statt einer "normalen" Geburtstagstorte habe ich für meinen Bruder kleine Cupcakes in Form von Küken gebacken bzw. gebastelt. Immerhin hat Mathias eine riesige Freude mit den gefiederten Bewohnern des Hühnerhofs. Und nicht nur er - irgendwie ist die ganze Familie im "Hühnerfieber". Die Hühner bekommen die feinsten Gemüseabfälle, werden viel und oft besucht und dürfen manchmal sogar frei am Hof herumlaufen. Ständig gibt es neue Geschichten aus dem Hühnerhof oder von einzelnen Bewohnern zu berichten. Daher würde es mich auch nicht weiter wundern, wenn die Einwohnerzahl von "Hühniville" auch heuer wieder weiter steigen würde. Genügend Platz ist immerhin vorhanden. Und genügend Freude an glücklichen Hühnern auch :-)




Aber nun weg von den echten Hühnis hin zum Rezept für "falsche Küken" :-)


Küken-Cupcakes

Mengenangaben für 6 Cupcakes:

60 g Butter
100 g Mehl
60 g gemahlene Mandeln
1 TL Backpulver
1 TL Vanillezucker
40 g Staubzucker
etwas Zitronenschale
100 ml Milch
1 Ei

100 g Butter
50 g Staubzucker
150 g Mascarino
gelbe Lebensmittelfarbe

40 g Marzipan
Schokoladekügelchen
orange Lebensmittelfarbe

grüne Papierbackförmchen

Muffinblech mit Papierbackförmchen auslegen.

Butter bei schwacher Hitze zerlassen und kurz abkühlen lassen. Mehl, gemahlene Mandeln und Backpulver vermischen. Vanillezucker, Staubzucker, etwas geriebene Zitronenschale, Milch, das verquirlte Ei und die zerlassene Butter zugeben und alles gut verrühren. Teig in die vorbereiteten Papierbackförmchen füllen und bei 180°C etwa 20-30 Minuten backen. Auskühlen lassen.

Weiche Butter mit Staubzucker cremig rühren. Mascarino und etwas gelbe Lebensmittelfarbe unterrühren. Mit einem Spritzsack gleichmäßig auf den ausgekühlten Muffins verteilen.

Für die Augen etwas Marzipan zu kleinen Kugeln formen. Schokokügelchen mittig hineindrücken. Für den Schnabel Marzipan mit oranger Lebensmittelfarbe einfärben und aus je zwei Dreiecken einen Schnabel zusammenkleben. Augen und Schnäbel auf die Cupcakes setzen.



Sonntag, 28. April 2013

Lachsfilet mit Kartoffelkruste

Ist es nicht herrlich, wenn draußen plötzlich alles wieder grün wird, die Bäume von unzähligen Blüten besetzt sind und - vor allem - wenn es endlich wieder Salat am Acker bzw. in der Salatschüssel zu sehen gibt??? ICH LIEBE DEN FRÜHLING :-)





Als "Beilage" zum knackigen Salat mit viel Kernöl gibt es heute ein Rezept für ein Lachsfilet mit Kartoffelkruste. Die Kartoffelmasse schmeckt aber auch ohne Fisch als Kartoffelrösti: Dafür die Mengenangaben vom Rezept unten verdoppeln und die Masse für die "Kartoffelkruste" ansonsten gleich zubereiten. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen. Mit einem Löffel etwas von der Masse in die Pfanne geben und beidseitig goldbraun backen. Aus der Pfanne heben und auf Küchenrolle das überschüssige Fett abtropfen lassen. Mit viel Salat genießen :-)



Lachsfilet mit Kartoffelkruste

300 g Kartoffeln
1 Knoblauchzehe
1 Ei
1 TL Maizena
Salz, Pfeffer

4 Lachsfilets (ca. 500 g)
1 Zitrone

etwas Öl

Kartoffeln schälen, fein reiben und gut ausdrücken. Knoblauchzehe pressen und mit Ei, Maizena, Salz und Pfeffer vermengen.
Lachsfilets mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz würzen. Kartoffelmasse auf die Lachsfilets drücken. Lachsfilet mit den Kartoffelkruste nach unten in das heiße Öl einlegen und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten anbraten (wenn das Fett zu heiß ist, wird die Kruste schwarz und die Kartoffeln nicht durch!!!). Lachsfilet mit Kartoffelkruste nach oben in eine befette Auflaufform legen und bei 100°C etwa 20 Minuten backen.



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