Sonntag, 21. Oktober 2012

Himbeermilchshake

Tag 7 meiner Retro-Woche!

Der letzte Beitrag meiner diesjährigen Retro-Woche ist ganz DEM Treffpunkt der 50er Jahre gewidmet: der Milchbar! Hier "treffen" sich weitschwingende Petticoats, Musicbox und - natürlich - leckere Milchshakes!

Zugegeben, in meinem heutigen Rezept für einen Himbeermilchshake findet man eine ordentliche Portion Schlagobers. Nicht vergessen, dass wir uns in den 1950ern befinden - eine Zeit VOR Kalorienzählen und Fitnessstudio ;-)
(natürlich schmeckt der Milchshake aber auch mit weniger bzw. gar keinem Schlagobers...)


Himbeermilchshake

250 g Himbeeren (tiefgekühlt)
500 ml Milch
Zucker nach Geschmack
eventuell 1 Schuß Rum
500 ml Schlagobers

Himbeeren und Biskotten als Dekoration

Tiefgekühlte Himbeeren mit Milch, Zucker und Rum pürieren. Schlagobers steif schlagen. Die Hälfte unter die Himbeermilch heben und in Gläser füllen. Den restlichen Schlagobers auf der Himbeermilch verteilen, mit Himbeeren und Biskotten dekorieren UND GENIESSEN :-)





Somit ist meine diesjährige Retro-Woche auch schon wieder vorbei. Hoffentlich hat Euch mein zweiter kulinarischer Ausflug in die 50er und 60er Jahre gefallen; ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die nächste Zeitreise!

Kulinarische Grüße sendet Fräulein Julia ;-)



Samstag, 20. Oktober 2012

Fleischpastete

Tag 6 meiner Retro-Woche!

Ideen und Anregungen für meine Retro-Rezept finde ich hauptsächlich in meiner Sammlung von alten Kochbüchern. Manchmal laufen mir Anregungen aber auch mehr zufällig über den Weg. So wie mein heutiges Rezept - bei der Suche nach einem Schnittmuster für eine 50er Jahre Küchenschürze bin ich in einer Schnittmusterzeitschrift von Juni 1957 auf eine leckere Fleischpastete gestoßen. Somit perfekt für meine diesjährige Retro-Woche :-)


Fleischpastete

250 g Mehl
etwas Salz
80 g Butter
3-6 EL Milch

1 Schweinslungenbraten
Salz, Pfeffer
etwas Öl
etwas Senf

1 Dotter zum Bestreichen

Für den Teig Mehl mit Salz vermengen und mit Butter abbröseln. Mit Milch rasch zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig im Kühlschrank rasten lassen.

Schweinslungenbraten würzen und in etwas Öl rundum scharf anbraten. Kurz abkühlen lassen und gleichmäßig mit Senf bestreichen. Mürbteig ausrollen, Lungenbraten drauflegen und einrollen. Einige Löcher in die Oberseite stechen damit Dampf entweichen kann. Fleischpastete eventuell mit weiteren Teigstreifen verzieren, mit Dotter bestreichen und bei 180°C etwa 30-40 Minuten goldbraun backen.

Fleischpastete kurz rasten lassen und in gleichmäßige Stücke schneiden. Mit Buttergemüse oder Salat servieren.


Freitag, 19. Oktober 2012

Spinatpudding

Tag 5 meiner Retro-Woche!

Passend zum Freitag gibt es heute einen vegetarischen Pudding. Im "Grabnerhof Kochbuch für Land und Stadt" von Betty Hinterer (13. Auflage, Leopold Stocker Verlag, Graz / Göttingen 1950)  heißt es:

"Puddings zu bereiten ist in einfachen Haushalten nicht üblich, weil man der Ansicht ist, daß sie nur für den feinen Tisch passen. Wie aus den nachfolgenden Vorschriften zu sehen ist, sind aber gerade die Puddings billige Mehlspeisen, dabei leicht verdaulich und schmackhaft."

Also: wieder öfter zur Puddingform greifen und köstlichen Pudding machen!!! :-)


Spinatpudding

1 EL Öl
1 Knoblauchzehe
300 g Blattspinat
etwas Wasser oder Suppe

2 Semmeln
etwas Milch

2 Eier
60 g Butter
2 EL Sauerrahm
grüne Petersilie
30 g Semmelbrösel
1 Messerspitze Backpulver
Salz, Pfeffer

etwas Butter zum Bestreichen der Puddingform

Tomaten und hartgekochte Eier zum Garnieren

Puddingform mit flüssiger Butter bestreichen (Deckel nicht vergessen!). Noch leichter kommt der fertige Pudding aus der Form, wenn man den Boden der Form mit einem runden Stück Backpapier auslegt.

Knoblauchzehe fein hacken und in Öl anschwitzen. Spinat und etwas Wasser oder Suppe zugeben und kurz dünsten lassen. Überschüssige Flüssigkeit abgießen und den Spinat passieren. Abkühlen lassen.

Semmeln in kleine Stücke schneiden oder reißen und in Milch einweichen. Ausdrücken und ebenfalls fein passieren.

Eiweiß zu festem Schnee schlagen. Die weiche Butter mit Dotter flaumig rühren. Mit Sauerrahm, Spinat, Semmeln, feingehackter grüne Petersilie, Salz und Pfeffer vermengen. Brösel, Backpulver und zum Schluß noch den festen Schnee unterheben.

Die Masse in die vorbereitete Puddingform füllen und mit dem Deckel gut verschließen. In einem großen Topf Wasser erhitzen. Die Puddingform etwa 1/3 aus dem Wasser ragen lassen. Das Wasser sollte immer leicht köcheln; dabei darauf achten, dass genügend Wasser im Topf ist und eventuell noch nachgießen. Den Pudding etwa 1 Stunde in diesem Wasserbad garen lassen.
Puddingform vorsichtig aus dem Wasser heben, etwa 10 Minuten rasten lassen, öffnen und vorsichtig herausstürzen.

Mit Tomatenspalten und Eierscheiben garnieren und mit Salat servieren.



Donnerstag, 18. Oktober 2012

Süße Spiegeleier

Tag 4 meiner Retro-Woche!

Und weiter geht es in der bunten Welt der 1950er Küche. Wenn man aus Eiern Fliegenpilze basteln kann, kann man doch auch aus Biskuit Spiegeleier zaubern, oder? :-)


Süße Spiegeleier

6 Eier
60 g Kristallzucker
60 g Staubzucker
150 g Mehl
1 Prise Salz
etwas Orangenschale

Marillenmarmelade
eventuell Rum

Pfirsichhälften aus der Dose

Schlagobers
etwas Kristallzucker

Backblech mit Backpapier auslegen. Eiweiß mit Kristallzucker und Salz zu festem Schnee schlagen. Dotter mit Staubzucker und geriebener Orangenschale cremig rühren. Mehl und den steifgeschlagenen Schnee unterheben. Teig auf dem vorbereiteten Backblech bei 220°C etwa 10-12 Minuten backen.

Aus dem Biskuit Kreise ausstechen oder ausschneiden. Marillenmarmelade eventuell mit Rum verrühren. Pfirsichhälften abgießen. Schlagobers mit Kristallzucker steifschlagen.

Biskuitkreise dünn mit Marmelade bestreichen. In die Mitte jeweils eine Pfirsichhälfte legen und rundum mit Schlagobers verzieren.




Aus der Biskuitmasse lässt sich auch eine Biskuitroulade herstellen. Dafür die Masse sofort nach dem Backen auf ein mit Staubzucker oder Mehl bestreutes Tuch stürzen, Backpapier abziehen (falls es sich nicht leicht abziehen lässt, mit einem nassen Tuch drüberwischen), rasch mit Marmelade bestreichen und einrollen.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Eier im Nestchen

Tag 3 meiner Retro-Woche!

Von Fliegenpilzen und Tutti Frutti kann man nicht satt werden - daher gibt es heute einmal ein leckeres Hauptgericht: Eier im Nestchen! Evas Kommentar bei dem Blick auf den Teller: "Die Küche der 50er Jahre war irgendwie sehr Ei-lastig..." Wie wahr, wie wahr ;-)


Eier im Nestchen

4 große Kalbs- oder Schweinsschnitzel
4 hartgekochte Eier
Salz, Pfeffer
Küchengarn oder Zahnstocher

2 EL Öl
30 g Butter
1 EL Mehl
300 ml Wasser
100 ml Schlagobers
Salz, Pfeffer

Schnitzel beidseitig mit Salz und Pfeffer würzen. Hartgekochte Eier schälen und in die Schnitzel einwickeln. Die Enden mit Zahnstocher fixieren oder mit Küchengarn zu "Päckchen" schnüren.

Öl erhitzen und die Päckchen darin rundum goldbraun anbraten. Im Bratrückstand Butter schmelzen, mit Mehl stauben und kurz anrösten lassen. Wasser und Schlagobers zugießen, gut verquirlen und aufkochen lassen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Schnitzelpäckchen darin noch etwa 20 Minuten dünsten lassen.

Schnitzel vorsichtig halbieren und als "Nestchen" auflegen. Mit Risipisi oder gedünstetem Reis und Sauce servieren.



Und so hätte der Teller ausgesehen, wenn es nach Walter gegangen wäre ;-)

Dienstag, 16. Oktober 2012

Tutti Frutti

Tag 2 meiner Retro-Woche!

Nicht nur der Zubereitung von köstlichen Speisen widmete frau viel Zeit und Mühe; vor allem Haltbarmachung bzw. Konservierung von Lebensmitteln waren in den 1950ern und 1960ern von besonderer Bedeutung. In "Mein grosses Kochbuch" von Mater Johanna Rindler (9. Auflage, Styria Verlag, Graz 1960) heißt es:  

"Die tüchtige Hausfrau wird ihr besonderes Augenmerk auf die Vorratskammer richten. Aus Gründen der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit wird sie trachten, immer alles bereitzuhalten, was sie an Lebensmitteln braucht. Sie wird diese so vorteilhaft wie möglich aufbewahren bzw. konservieren, d.h. haltbar machen für den Winter, für unvorhergesehenen Bedarf bei Besuch, Krankheitsfällen in der Familie u. dgl. Die Vorräte, wie Obst, Gemüse, Fleisch, Eier, wird sie dann kaufen, wenn sie am billigsten und besten sind, damit sie alles leicht und bequem zur Verfügung hat, wenn diese Lebensmittel schwer, nur teuer oder überhaupt nicht zu bekommen sind. [...] Die Konservierung macht Arbeit und Mühe, aber diese lohnen sich nicht nur durch den schon mehrfach hervorgehobenen finanziellen Vorteil, sondern für jede gute Hausfrau ist es auch eine Freude, wenn sie für den Winter vorgesorgt hat und ihre Speisekammer mit schönen Konserven gefüllt sieht."

Speisekammer und Küchenschränke wurden mit bunten Gläsern und Flaschen gefüllt: eingelegtes Obst und Gemüse, Marmeladen, Gelees, Obstkäse, Fruchtsäfte, Rumtopf, usw. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele Kochbücher und Rezepte aus den 50ern eingelegtes Obst und Gemüse als Zutaten zeigen. So wie mein heutiges Retro-Rezept:


Tutti Frutti

1 Dose gemischte Früchte
1 TL Vanillezucker
1 EL Rum

ca. 100 g Biskotten

1/2 l Milch
1 Packerl Puddingpulver Vanille
3 EL Kristallzucker
30 g Butter
1 EL Rum
etwas Zitronenschale

Schlagobers zum Dekorieren
Kristallzucker nach Geschmack

Früchte abgießen, mit Vanillezucker und Rum marinieren, in eine Glasschüssel geben und gleichmäßig mit Biskotten belegen. Statt der Biskotten eignen sich auch zerbröselte Butterkekse, Bikuitreste, usw.

Einige Löffel der kalten Milch mit Kristallzucker und Puddingpulver verquirlen. Die restliche Milch mit Butter, Rum und geriebener Zitronenschale aufkochen lassen. Vom Herd nehmen, verquirlte Milch einrühren und unter ständigem Rühren eindicken lassen. Über die Biskotten gießen, glattstreichen und auskühlen lassen.

Schlagobers mit Kristallzucker steifschlagen und die ausgekühlte Puddingcreme damit verzieren.



Montag, 15. Oktober 2012

Fliegenpilze

Tag 1 meiner diesjährigen Retro-Woche!

Den Anfang macht ein Rezept, für das man eigentlich gar kein Rezept benötigt. Trotzdem dürfen "Fliegenpilze" bei meiner Sammlung von Retro-Rezepten auf keinen Fall fehlen - immerhin wäre ein 50er Jahre-Buffet ohne diese bunte Köstlichkeit EINFACH UNDENKBAR! Außerdem zeigt dieses Rezept sehr schön, was mir so gut an den Rezepten aus den 50ern und 60ern gefällt: Man nehme möglichst einfache Zutaten und zaubere daraus ein buntes und leckeres Gericht :-)


Fliegenpilze

8 hartgekochte Eier
2 EL Mayonnaise
2 EL Creme fraiche
Salz, Pfeffer
eventuell Sardellenpaste oder Senf

4 Tomaten
Mayonnaise

Petersilie oder Salatblätter als Garnitur

Von den hartgekochten und geschälten Eiern an beiden Enden ein kleines Stück abschneiden. Dotter herausnehmen, passieren und mit Mayonnaise, Creme fraiche verrühren. Mit Salz, Pfeffer und eventuell Sardellenpaste oder Senf abschmecken. Creme in die Eier zurückfüllen. Von den Tomaten "Pilzhauben" abschneiden (oder kleinere Tomaten einfach halbieren) und auf die Eier setzen. Tomaten mit kleinen Pünktchen von Mayonnaise verzieren.

In "Mein großes Kochbuch" von Mater Johanna Rindler von 1960 (9. Auflage, Verlag Styria, Graz) werden für diese Pünktchen keine Mayonnaise verwendet, sondern die abgeschnittenen Kappen vom Eiweiß zu kleinen Scheiben zurechtgeschnitten und auf die Tomaten gelegt - sehr sparsam aber auch sehr sehr zeitintensiv ;-)

Fliegenpilze auf einer Platte oder auf Tellern anrichten und mit Petersilie oder Salatblättern garnieren.



Samstag, 6. Oktober 2012

Flaum-Pastete (nach Katharina Prato)


Für Geschnetzeltes gibt es unzählige Varianten: verschiedene Fleischsorten, Gemüsestückchen, unterschiedlichste Gewürze und Kräuter, viel Sauce und dazu Beilagen wie Reis, Nudeln, Couscous, Polenta, usw.. Noch köstlicher ist die Variante in Katharina Pratos Kochbuch - da versteckt sich Geschnetzeltes unter einer flaumigen Teigdecke. Herrlich deftig - und herrlich lecker :-)


Flaum-Pastete

30 g Butter
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 Karotten oder gelbe Rüben
300 g Schweinsschnitzel
1 EL Mehl
1/8 l Wasser oder Suppe
Salz, Pfeffer

3 Eier
1 Prise Salz
100 g Butter
2 EL Sauerrahm
3 EL Mehl

Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in Butter anschwitzen.  Karotten in dünne Ringe schneiden, zugeben und anrösten. Schweineschnitzel feinnudelig schneiden, zugeben und alles gut durchrösten. Mit Mehl stauben, mit Wasser versprudeln und etwa 20 Minuten dünsten lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Auflaufform befetten. Fleischragout gleichmäßig darin verteilen und auskühlen lassen.

Eiklar mit Salz zu festem Schnee schlagen. Weiche Butter mit Dotter und Sauerrahm schaumig rühren. Mehl unterrühren und den Schnee vorsichtig unterheben. Das ausgekühlte Fleischragout gleichmäßig mit der Masse bestreichen. Bei 200°C etwa 30 Minuten backen.


rechts oben: aus "Die Süddeutsche Küche" von Katharina Prato, 26. Auflage, Graz 1897;
Seite 298: Fleisch in verschiedenen Teigen. Flaum-Pastete. Mit braungedünstetem Fleische.
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