Kräuterbrot zur Walpurgisnacht

Schon die Kelten feierten in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai das Fest Beltane, bei dem der Übergang vom Winter in den Frühling im Mittelpunkt stand. Menschen entzündeten Feuer, die den Winter vertreiben, böse Geister fernhalten und Raum für Neues schaffen sollten.

Aus diesen alten Frühlingsritualen entwickelte sich über die Jahrhunderte die Walpurgisnacht, benannt nach der heiligen Walburga, einer Äbtissin aus dem 8. Jahrhundert. Ihr Gedenktag am 1. Mai verband sich mit den bestehenden Bräuchen und gab dem Fest schließlich seinen heutigen Namen.

Literarische Werke wie Goethes Faust trugen dazu bei, die Walpurgisnacht mit Hexen, magischen Zusammenkünften und geheimnisvollen Ritualen zu verbinden.


"Die Hexen zu dem Brocken ziehn,
Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.
Dort sammelt sich der große Hauf,
Herr Urian sitzt oben auf."

Johann Wolfgang von Goethe:
Faust. Der Tragödie erster Teil (1808)


Auch heute wird der Mai mit Veranstaltungen wie "Tanz in den Mai" oder "Maibaumaufstellen" begrüßt und gefeiert. Und noch immer soll uns diese Nacht daran erinnen, dass jeder Winter irgendwann endet. Nicht nur draußen, sondern auch in uns. Und dass wir diesen Übergang nicht allein erleben müssen.

An dieser Stelle ein großes DANKE an meine "Hexen". Egal, ob wir gemeinsam an einem neuen Nähprojekt arbeiten, uns durch ein Jane-Austen-Exit-the-Room-Abenteuer rätseln, das nächste Nähretreat planen, in Hexenkleidung durch den Grazer Urwald streifen oder uns einfach treffen, um zu reden - es tut so gut mich euch zu Lachen mit euch fühlt sich das Leben ein bisschen leichter und sehr viel lustiger an ♡



Zur Feier der morgigen Walpurgisnacht gibt es heut auf meinem Blog ein Rezept für ein duftendes Kräuterbrot. An Kräutern kann man verwenden, worauf man gerade Lust hat: Spitzwegerich, Giersch, Brennnessel, Gundelrebe, Sauerampfer, Kresse, Petersilie, usw. 
Das Brot lässt sich wunderbar auf Ausflüge oder Picknicks mitnehmen, schmeckt aber auch hervorragend zu Gegrilltem oder Käse. Oder ganz einfach pur mit einem Gläschen Wein oder Prosecco und vor allem: guter Gesellschaft 😉


Kräuterbrot

Vorteig:
10 g frische Germ
150 ml lauwarmes Wasser
200 g Dinkelmehl (Type 700)

Hauptteig:
300 g Dinkelmehl (Type 700)
10 g frische Germ
150 ml lauwarmes Wasser
3 EL Olivenöl
2 TL Salz

Kräuterbutter:
1 Bund gemischte Kräuter
100 g weiche Butter
1 Knoblauchzehe
Salz

Für den Vorteig das Germ in lauwarmen Wasser auflösen. Mehl zugeben und zu einem glatten Teig rühren. Mit etwas Mehl bestreuen und mehrere Stunden oder über Nacht gehen lassen.

Zu diesem Vorteig Dinkelmehl, verbröseltes Germ, Wasser, Olivenöl, Salz und Zucker zugeben und zu einem glatten Teig verkneten. Zudecken und an einem warmen Ort nochmals gehen lassen. 

In der Zwischenzeit die Kräuterbutter zubereiten. Dafür verschiedenste Kräuter fein hacken und mit weicher Butter, gepresster Knoblauchzehe und Salz vermengen.

Kastenform mit Backpapier auslegen.

Teig rechteckig ausrollen und gleichmäßig mit Kräuterbutter belegen. In sechs gleichmäßige Streifen schneiden, diese übereinander stapeln und diese wieder in sechs Blöcke schneiden. Diese mit der Schnittfläche nach oben in die Kastenform schlichten. Zugedeckt nochmals an einem warmen Ort gehen lassen.

Kräuterbrot bei 180°C etwa 40 Minuten backen. Noch heiß aus der Form nehmen und auskühlen lassen. 



Ich wünsche euch eine schöne Walpurgisnacht mit vielen kleinen magischen (Freundschafts-)Momenten und einen guten Übergang in den Frühling, den wir alle gerade so sehr herbeisehnen. Mit ganz viel guter Energie für das, was kommt ♡


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