Dienstag, 19. Mai 2015

Urkorn-Karotten-Weckerl

Wenn ich heute drüber nachdenke, dass in unserer Küche jahrelang ausschließlich Weizenmehl verwendet wurde, blutet mir das kulinarische Herz. Gut, hin und wieder fand auch Roggen oder Dinkel Verwendung beim Brot- und Kuchenbacken, aber erst mit dem Kauf der Getreidemühle lernte ich viele weitere Getreidesorten kennen und lieben. So wie eines der ältesten Getreidesorten überhaupt: Emmer, auch bekannt als Zweikorn oder Urkorn.
Die ältesten Funde stammen aus der Jungsteinzeit, womit Emmer nach Einkorn als die älteste kultivierte Getreideart gilt. Lange Zeit war Urkorn auch das wichtigste Getreide unserer Vorfahren und wurde im 18. Jahrhundert aufgrund der vergleichsweise schlechteren Erträge von Weizen verdrängt. Wie viele andere... Gut, dass die alten Getreidearten in den letzten Jahren ein Revival erleben und somit wieder vermehrt zu finden sind!
Als Urform unseres Weizens ist Emmer ebenfalls sehr proteinreich, allerdings enthält Urkorn wesentlich mehr essentielle Aminosäuren. Auch der Mineralstoffgehalt ist deutlich höher als bei Weizen; hervorzuheben ist dabei der Gehalt an Magnesium, Zink, Eisen und Kupfer. Außerdem ist Urkorn reich an Carotinoiden, denen eine vorbeugende Wirkung für Krebserkrankungen nachgesagt wird.
Geschmacklich überzeugt Urkorn durch einen herzhaften und leicht nussigen Geschmack. Vor allem in Kombination mit Karotten - wie in meinem heutigen Rezept - sorgt Emmer für einen herrliches Gebäck.

Walters Reaktion: "Mmmmh, guat!"
Ich: "Sind Urkorn-Karotten-Weckerl."
Walter: "Trotzdem guat!" :-D

Wollen wir hoffen, dass meine Tageskinder morgen der gleichen Meinung sind und - vor allem - nicht die darin versteckten Karotten entdecken :-)


Urkorn-Karotten-Weckerl

100 g Karotten
200 g Urkorn (Emmer)
200 g Mehl
10 g Gerstenmalzmehl (Backprofi)
1 TL Salz
20 g Germ
60 g Butter
200 ml Milch

Karotten schälen und raspeln. Urkorn fein mahlen und mit Karotten, Mehl, Gerstenmalzmehl und Salz vermengen. Germ darin verbröseln. Butter schmelzen und die Milch eingießen. Die noch warme Flüssigkeit zum Mehl gießen und zu einem glatten Teig verkneten. An einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen.

Kleine Weckerl formen (siehe Fotos), auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und nochmals gehen lassen.

Weckerl mit Wasser bestreichen und bei 180°C etwa 20 Minuten backen.


Strang formen und diesen "verknoten". Ein Ende von oben nach unten und
das zweite von unten nach oben führen und innen in der Mitte zusammendrücken.





Montag, 18. Mai 2015

Spinatpizza

Auch wenn meine Tageskinder nicht sehr viel von meiner Vorliebe für Spinat halten, kommt er doch hin und wieder in unserem Speiseplan vor. Meist gut versteckt bzw. püriert, zum Beispiel im Spätzleteig. Dafür dürfen die grünen Blätter am Wochenende oder zum Abendessen nur zu gerne auch auf dem Teller zu sehen bzw. auffindbar sein. Zum Beispiel als Belag für knusprige Pizza.
Wenn der Spinat beim Dünsten ordentlich gewürzt wird, kann man auf die Zubereitung einer würzigen Tomatensauce verzichten und stattdessen einfach passierte Tomaten auf den Teig aufstreichen. Das spart nicht nur Zeit sondern auch einen Topf zum Abwaschen ;-)

Im Teig ist neben Weizenmehl auch Buchweizenmehl zu finden. Der kräftige Geschmack von dem "Pseudogetreide" lässt mich in letzter Zeit immer wieder gerne zum Buchweizen greifen. Natürlich kann der Pizzateig aber auch zur Gänze mit normalem Mehl zubereitet oder durch Vollmehl von Dinkel, Kamut, o.ä. ersetzt werden.


Spinatpizza

Mengenangaben für 1 Blech:

160 g Buchweizen
240 g Mehl
20 g Germ
1 Prise Salz
4 EL Olivenöl
160-200 ml Wasser

2 EL Olivenöl
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
250 g junger Blattspinat
Salz, Pfeffer

200-250 g passierte Tomaten
70 g geriebener Käse
etwas Oregano

Buchweizen möglichst fein mahlen und mit Mehl vermengen. Germ darin verbröseln. Mit Salz, Olivenöl und lauwarmen Wasser zu einem glatten Teig verarbeiten. Mit einem Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.

Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in Olivenöl anschwitzen. Blattspinat zugeben und kurz dünsten lassen. Mit Salz und Pfeffer ordentlich abschmecken.

Backblech mit Backpapier belegen und das Backrohr mit 250°C vorheizen.

Teig ausrollen und auf das vorbereitete Blech legen. Großzügig mit passierten Tomaten bestreichen. Blattspinat gleichmäßig darauf verteilen, mit geriebenem Käse und Oregano bestreuen und bei 250°C etwa 12-15 Minuten backen.


Varianten: Besonders köstlich wird Spinatpizza wenn auf den Spinat auch noch Würfelchen von würzigem Schafskäse, geriebener Mozzarella oder gebratene Scheiben von Champignons fallen!







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