Kartoffelpudding

Beim Kauf von neuen Kochutensilien bzw. bei der Auswahl der Materialien bin ich UNGLAUBLICH wählerisch. Nicht nur Silikonformen müssen meiner Küche fernbleiben; auch Formen und Schüsseln mit Beschichtungen habe ich konsequent verbannt, nachdem sich bei einer Kuchenform die Beschichtung teilweise gelöst hat und dann als "Kunststoffverzierung" am Kuchen geklebt hat. Umso schwieriger gestaltet sich die Suche nach neuen Koch- und Backutensilien. Denn nicht alle Formen und Schüsseln gibt es auch in Edelstahl oder Keramik. Oder es gibt hochwertige Materialien, aber nur in Kombination mit den passenden hochwertigen Preisen...

Und so hat es jetzt auch etwas länger gedauert, bis ich ENDLICH eine passende Puddingform mit Deckel für mich finden konnte. Die meisten Puddingformen bestehen wegen der guten wärmeleitenden Eigenschaften aus Aluminium. Allerdings müssen Töpfe und Formen aus Alu auch beschichtet sein, weil es sonst mit säurehaltigen Lebensmitteln (z.B. Früchten) reagiert. Und - wie schon gesagt - mit Beschichtung werd ich bzw. wird mein Essen nicht mehr warm ;-)
Die Suche nach einer Puddingform aus Keramik war leider nicht sehr erfolgreich. Diese werden meist nur noch als "nostalgische Deko" verkauft und sind nicht wirklich für den Einsatz bei heißen Temperaturen gedacht bzw. geschaffen.
Also habe ich mich dazu entschlossen, mir im Gastronomiebedarf eine Puddingform aus Edelstahl zu leisten. Den Preis der kleinen Errungenschaft muss ich erst noch verdauen - ABER ab sofort gibt es in meiner Küche Pudding :-)

Das Grundrezept für meinen heutigen Pudding stammt aus dem britischen Kochbuch "A New System Of Domestic Cookery" von Maria Eliza Rundell aus dem Jahr 1807. Weitere Infos zu diesem Buch gibt es hier.


Digitized by Michigan State University Libraries


Kartoffelpudding

300 g mehlige Kartoffeln
70 g Butter
3 Eier
150 ml Schlagobers
eventuell 2 EL Weißwein
Salz, Pfeffer

Butter und Backpapier für die Form

Puddingform gut mit Butter ausstreichen (Deckelinnenseite nicht vergessen!). Um den Pudding ohne Probleme bzw. "in einem Stück" aus der Form zu bekommen ein passendes Stück Backpapier auf den Boden der Form legen*.
Kartoffeln in der Schale weichkochen, abgießen, kurz ausdampfen lassen, noch heiß schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Kurz abkühlen lassen. Butter mit den Eiern, Schlagobers, Weißwein und den Kartoffeln schaumig rühren. Das Originalrezept aus dem Buch wird mit Zitronenschale und Zucker zubereitet; meine Variante wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Dieser pikanten Grundmasse kann man nach Geschmack auch fein geriebenen Käse, würfelig geschnittenen Schinken oder Speck, gehackte Kräuter, Knoblauch, usw. hinzufügen.
Die Masse in die vorbereitete Puddingform füllen und mit dem Deckel gut verschließen. In einem großen Topf Wasser erhitzen. Die Puddingform etwa 1/3 aus dem Wasser ragen lassen. Das Wasser sollte immer leicht köcheln; dabei darauf achten, dass genügend Wasser im Topf ist und eventuell noch nachgießen. Den Kartoffelpudding etwa 1 Stunde in diesem Wasserbad garen lassen.
Puddingform vorsichtig aus dem Wasser heben, etwa 10 Minuten rasten lassen, öffnen und vorsichtig herausstürzen. Den Kartoffelpudding in Spalten schneiden und als Beilage oder auch als Hauptspeise mit Salat servieren.




*Ja, man hätte den Tipp mit dem Backpapier auch schon beim ersten Puddingversuch beherzigen können. Immerhin hätte ich damit auf einige Puddingversuche verzichten können - und Walter hätte die letzten Tage vielleicht einen etwas abwechslungsreicheren Speiseplan vorgefunden ;-)

Kommentare

  1. Echten, richtigen Pudding möchte ich auch gern mal machen. Nur mir fehlt noch die Form bzw. ich habe nur eine uralte Aluform aus Erbbeständen. Dein Tipp mit dem Gastro-Handel ist sehr gut, ich werde dort mal mein Glück versuchen.

    AntwortenLöschen
  2. Jö, es hat funktioniert!! Und schaut auch noch lecker aus, dein KARTOFFELpudding! *ggg*

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen